KI-Datenschutz im Unternehmen: Rechtsgrundlage, AV-Vertrag, Drittland, Löschung und DSFA

Sobald ein KI-Werkzeug personenbezogene Daten verarbeitet, gilt die DSGVO. Diese Seite zeigt, was die Datenschutzaufsichten für den Einsatz von KI-Anwendungen nennen: Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, Drittland, Eingaben und Löschung, Folgenabschätzung und Verzeichnis. Hauptquelle ist die Orientierungshilfe der DSK vom 6. Mai 2024 (Stand 14. Oktober 2026, keine Rechtsberatung).

Vertrag mit einem Stift und einem Laptop auf einem Schreibtisch, Text unleserlich, keine Logos
Verarbeitet ein KI-Anbieter Daten in Ihrem Auftrag, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag.

Wonach gesucht wird

Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026 (Keyword Difficulty, KD, Skala 0 bis 100; CPC = geschätzter Klickpreis). Es sind Schätzwerte eines Keyword-Tools.

SuchbegriffSuchen pro MonatKDCPC
ki datenschutz590632,12 €
ki compliance260172,57 €

Mit 590 Suchen ist „ki datenschutz“ größer als „ki compliance“, mit KD 63 aber deutlich schwerer. Der geschätzte Klickpreis ist mit 2,12 € niedrig, vermutlich suchen viele eine Auskunft und keinen Anbieter (Deutung, die Daten sagen es nicht). Zu „chatgpt datenschutz“ und „dsgvo ki“ enthält unsere Abfrage keinen Eintrag.

Die Bausteine in der Reihenfolge einer Prüfung

BausteinFrageQuelle
Zweck und RechtsgrundlageWofür setzen Sie das Werkzeug ein, und auf welcher Grundlage verarbeiten Sie die Daten, zum Beispiel Vertrag, berechtigtes Interesse oder Einwilligung?Art. 6 Abs. 1 DSGVO; DSK: für jeden Verarbeitungsschritt eine Rechtsgrundlage
AuftragsverarbeitungVerarbeitet der Anbieter in Ihrem Auftrag? Dann braucht es einen Vertrag, weitere Auftragsverarbeiter nur mit GenehmigungArt. 28 Abs. 1 bis 3 DSGVO; DSK: bei Cloud-Lösungen häufig der Fall
DrittlandWerden Daten außerhalb der EU verarbeitet, auch durch Support? Welche Grundlage gilt?Art. 44 bis 46 DSGVO: Angemessenheitsbeschluss oder geeignete Garantien
Training und Eingabe-HistorieWerden Eingaben zum Training genutzt? Lässt sich die Historie abschalten?DSK: Ausschluss des Trainings ist vorzuziehen
Löschung und RechteKönnen Sie Verläufe löschen sowie Berichtigung und Löschung umsetzen?Art. 17 DSGVO; DSK, Abschnitt 1.11
FolgenabschätzungVoraussichtlich hohes Risiko? Dann vorab eine FolgenabschätzungArt. 35 Abs. 1 DSGVO; DSK: bei KI vielfach der Fall
VerzeichnisIst der Einsatz im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erfasst?Art. 30 DSGVO; die Ausnahme für Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten greift nicht bei nicht nur gelegentlicher Verarbeitung

Die DSK hat außerdem Orientierungshilfen zu technischen und organisatorischen Maßnahmen bei KI-Systemen (Juni 2025) und zu generativer KI mit RAG (Oktober 2025) veröffentlicht, die wir hier nicht ausgewertet haben. Zu RAG: KI-Wissensdatenbank.

Vorhängeschloss liegt auf einem Laptop neben einem kleinen Server mit Netzwerkkabeln, keine Beschriftung
Technische Schutzmaßnahmen ergänzen Vertrag und Rechtsgrundlage, sie ersetzen sie nicht.

Eingaben: was nicht in ein KI-Werkzeug gehört

  • Namen und Anschriften zu entfernen genügt oft nicht: Ein Personenbezug kann sich aus dem Zusammenhang ergeben
  • Besondere Kategorien, etwa Gesundheitsangaben oder Gewerkschaftszugehörigkeit, nur, wenn eine Ausnahme nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO greift
  • Nur Firmenkonten und Firmengeräte nutzen, keine privaten Konten
  • Ergebnisse mit Personenbezug vor der Weiterverwendung auf Richtigkeit prüfen
  • Training und Eingabe-Historie so einstellen, dass keine Eingaben zum Training dienen und keine Historie über die Sitzung hinaus bleibt, soweit das Werkzeug es erlaubt (Empfehlung der DSK)

Beispiel für einen Hinweis an Beschäftigte: „Geben Sie in KI-Werkzeuge keine Namen, Kundendaten, Gesundheitsangaben oder Bewerbungsunterlagen ein, solange dafür keine Freigabe vorliegt. Nutzen Sie nur die Firmenkonten. Prüfen Sie jedes Ergebnis, bevor Sie es weitergeben.“ Passen Sie den Text an Ihre Richtlinie an.

Besondere Fälle und Grenzen

  • Bewerbungen und Personal: Entscheidungen mit Rechtswirkung dürfen grundsätzlich nur von Menschen getroffen werden (Art. 22 Abs. 1 DSGVO), eine bloß formelle Beteiligung genügt laut DSK nicht
  • Gesundheitsdaten: Art. 9 DSGVO, siehe Automatisierung in der Arztpraxis
  • Telefon und Chat: Informationspflichten und KI-Hinweis, siehe KI-Telefonassistent: Datenschutz und KI-Hinweis
  • Die Datenschutzbeauftragte einbinden, wenn über KI-Anwendungen entschieden wird (DSK)

Die Bausteine für Automatisierungen beschreibt die Seite Automatisierung und Datenschutz. Aus diesem Bereich liegt uns keine veröffentlichte Referenz vor. Die DSGVO-Texte stammen aus der Textfassung der Berliner Datenschutzbeauftragten, Änderungsvorschläge der EU-Kommission im Rahmen des Digital Omnibus haben wir nicht geprüft. Rechtsberatung leisten wir nicht, dafür gehören Datenschutzbeauftragte oder Anwälte an den Tisch.

Häufige Fragen

Darf ich Kundendaten in ein KI-Werkzeug eingeben?›
Nur, wenn Rechtsgrundlage, Vertrag und Einstellungen geklärt sind. Namen zu entfernen genügt laut DSK oft nicht. Ob ein Produkt geeignet ist, hängt von Vertrag und Einstellungen ab, siehe KI-Assistenten im Team.
Brauche ich eine Datenschutz-Folgenabschätzung?›
Nach Art. 35 Abs. 1 DSGVO, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko hat. Laut DSK ist das beim Einsatz von KI-Anwendungen vielfach der Fall. Die Aufsichtsbehörden veröffentlichen Listen, in denen eine Folgenabschätzung verlangt wird.
Darf ich einen Anbieter außerhalb der EU nutzen?›
Eine Übermittlung in ein Drittland ist nur zulässig, wenn die Bedingungen von Kapitel V DSGVO erfüllt sind, etwa ein Angemessenheitsbeschluss (Art. 45) oder geeignete Garantien (Art. 46). Fragen Sie auch nach Support und Unterauftragsverarbeitern.
Muss ich Betroffene über den KI-Einsatz informieren?›
Handelt es sich bei Eingaben um personenbezogene Daten, sind betroffene Personen laut DSK transparent zu informieren. Die Transparenzanforderungen ergeben sich aus Art. 12 ff. DSGVO.

Stand: 14. Oktober 2026

Weiterlesen

Mehr für Unternehmen, die KI einführen wollen.

Alle Themen rund um KI-Beratung ansehen →

KI einführen,
ohne Risiko im Blindflug.

In einem kostenlosen Gespräch klären wir, wo KI in Ihrem Unternehmen heute schon entlastet, welche Regeln Sie brauchen und was als Erstes sinnvoll ist.

Kostenlos · Unverbindlich · 30 Minuten

🏆
0+
Jahre Erfahrung
⭐
0.0
Ø Google-Bewertung
WhatsApp
Hohen Neuendorf · 52.658° N