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KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung: Pflicht, Schulungsplan und Nachweis

Seit dem 2. Februar 2025 gilt Art. 4 der KI-Verordnung: Wer KI-Systeme anbietet oder einsetzt, muss Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz seines Personals zu unterstützen. Diese Seite fasst zusammen, was die Vorschrift und die EU-Kommission dazu sagen, und liefert einen Schulungsplan als Tabelle. Stand 14. Oktober 2026, spätere Änderungen sind nicht geprüft, das ist keine Rechtsberatung.

Stapel gedruckter Dokumente und Aktenordner mit bunten Lesezeichen auf einem Holztisch, Beschriftungen unleserlich
Wer Schulungen festhält, kann später zeigen, was wann für wen geschah.

Wonach gesucht wird

Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026 (Keyword Difficulty, KD, Skala 0 bis 100; CPC = geschätzter Klickpreis). Es sind Schätzwerte eines Keyword-Tools.

SuchbegriffSuchen pro MonatKDCPC
ki kompetenz schulung260183,99 €
ki kompetenz pflicht110491,89 €
ki schulung mitarbeiter40136,37 €
ki schulung unternehmen40585,04 €
eu ai act unternehmen10511,52 €

Nach der Schulung wird häufiger gesucht (260 Suchen, KD 18) als nach der Pflicht (110 Suchen, KD 49). „ki schulung mitarbeiter“ hat nur 40 Suchen, aber mit 6,37 € den höchsten geschätzten Klickpreis bei KD 13: Anbieter zahlen viel für diese Anfragen.

Was Art. 4 verlangt und was nicht

Quellen: Art. 4 in der konsolidierten Fassung der EU-Kommission (AI Act Service Desk, Stand 27. Juli 2026) und das Frage-und-Antwort-Papier der Kommission zur KI-Kompetenz. Der Digital Omnibus on AI hat Art. 4 geändert und ist laut Kommission Mitte Juli 2026 in Kraft getreten.

ThemaWas die Quellen sagen
VerpflichteteAnbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet, ausgenommen persönliche, nicht berufliche Tätigkeit (Art. 3 Nr. 4)
PflichtMaßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz des Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit Betrieb und Nutzung befasst sind (Art. 4 Abs. 1)
MaßstabZu berücksichtigen sind technische Kenntnisse, Erfahrung, Aus- und Fortbildung, der Einsatzkontext und die Personen, bei denen das System eingesetzt wird
Kein bestimmtes NiveauDie Pflicht verlangt nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau zu garantieren. Laut Kommission ist auch kein „ausreichendes“ Niveau mehr vorgeschrieben
NachweisKein Zertifikat nötig. Organisationen können intern festhalten, welche Schulungen und Maßnahmen stattfanden (Kommission). Eine Pflicht, den Wissensstand zu messen, besteht nicht
StrukturKeine bestimmte Governance-Struktur vorgeschrieben, auch keine KI-Beauftragte (Kommission)
Beispiel ChatGPTWer ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen nutzt, sollte laut Kommission über spezifische Risiken wie Halluzinationen informiert werden

Die Aufsicht liegt bei den nationalen Marktüberwachungsbehörden, nicht beim AI Office. Sanktionen beruhen laut Kommission auf nationalem Recht und müssen verhältnismäßig sein, Art. 99 Abs. 4 nennt Art. 4 nicht unter den Bußgeldtatbeständen. Wie Deutschland Aufsicht und Sanktionen regelt, haben wir nicht geprüft.

Schulungsplan als Tabelle

ZielgruppeInhaltNachweis
GeschäftsleitungRolle des Betriebs (Anbieter oder Betreiber), Risikoklassen, Verantwortung, RichtlinieVermerk der Entscheidung, freigegebene Richtlinie
Beschäftigte, die KI-Werkzeuge nutzenWie Sprachmodelle arbeiten, Grenzen und falsche Antworten, erlaubte Werkzeuge, Daten, die nicht hineingehören, Prüfung der ErgebnisseTeilnahmeliste mit Datum und Inhalt
Betreuung von AutomatisierungenFreigabe, Fehlerbehandlung, Protokolle, DatenschutzBetriebsdokumentation, Einweisungsvermerk
Beschäftigte mit KundenkontaktHinweis auf KI, Übergabe an Menschen, Umgang mit BeschwerdenTeilnahmeliste
Personal und BewerbungenKeine ausschließlich automatisierte Entscheidung (Art. 22 DSGVO), Hochrisiko-Bereich, DiskriminierungVermerk, Gespräch mit Datenschutz und Arbeitsrecht
Externe mit ZugangRegeln des Betriebs, VertraulichkeitBestätigung, dass das Merkblatt gelesen wurde

Die Kommission hält es in vielen Fällen für wirkungslos, nur auf die Bedienungsanleitung zu verweisen. Form und Umfang richten sich nach Zielgruppe und Einsatz, vorgeschrieben ist keine bestimmte Schulung.

Schreibtisch mit einem Wandkalender, einem Notizblock mit abgehakten Zeilen und einem Stift, Beschriftungen unleserlich
Feste Termine und eine Liste zum Abhaken machen aus guten Absichten einen Plan.

Dokumentation: das Minimum

  • Liste der eingesetzten KI-Werkzeuge mit Zweck, auch solcher, die Beschäftigte privat nutzen
  • Je Schulung: Datum, Zielgruppe, Inhalt, Teilnehmende, durchführende Person
  • Regel für neue Beschäftigte und neue Werkzeuge: Einweisung vor der ersten Nutzung
  • Ein Termin, um zu prüfen, ob die Inhalte noch zu den eingesetzten Werkzeugen passen

Das Protokoll ist keine Pflicht, die Kommission nennt es als Möglichkeit. Auch die Datenschutzaufsichten empfehlen, Beschäftigte durch Schulungen, Leitfäden und Gespräche zu sensibilisieren (DSK, Orientierungshilfe zu KI und Datenschutz, 6. Mai 2024). Die Regeln, die geschult werden, stehen in der KI-Richtlinie, die Datenschutzinhalte auf der Seite KI-Datenschutz, den Ablauf einer Einführung beschreibt die Seite KI einführen. Aus diesem Bereich liegt uns keine veröffentlichte Referenz vor.

Häufige Fragen

Braucht jede Mitarbeiterin ein Zertifikat?›
Nein. Laut EU-Kommission ist kein Zertifikat nötig. Organisationen können intern festhalten, welche Schulungen und Maßnahmen stattfanden.
Gilt Art. 4, wenn wir nur ChatGPT nutzen?›
Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung verwendet, ausgenommen rein persönliche Nutzung (Art. 3 Nr. 4). Die Kommission nennt die Nutzung von ChatGPT für Werbetexte ausdrücklich als Fall, in dem über Risiken wie Halluzinationen informiert werden sollte.
Gilt die Pflicht auch für kleine Betriebe?›
Art. 4 unterscheidet nach Anbieter und Betreiber, nicht nach Größe. Für KMU sollen Kommission und Mitgliedstaaten die Umsetzung besonders unterstützen (Abs. 2).
Reicht es, die Bedienungsanleitung zu lesen?›
Die Kommission hält das in vielen Fällen für unwirksam. Sinnvoll sind Hinweise oder Schulungen, die zur Zielgruppe und zum Einsatz passen.

Stand: 14. Oktober 2026

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