KI-Richtlinie im Unternehmen: Gliederung, Rechtsrahmen im Überblick und Pflege

Eine KI-Richtlinie legt fest, welche Werkzeuge im Betrieb erlaubt sind, welche Daten hineindürfen und wer was freigibt. Ohne klare Regeln besteht nach den Datenschutzaufsichten das Risiko, dass Beschäftigte KI-Anwendungen eigenmächtig und unkontrolliert nutzen. Diese Seite liefert die Gliederung als Tabelle, ordnet den Rechtsrahmen ein und zeigt die Pflege der Richtlinie (Stand 14. Oktober 2026, keine Rechtsberatung).

Monitor zeigt eine Zugriffsprotokoll-Tabelle mit farbigen Statusmarkierungen in einem dunklen Büro, Text unleserlich
Wer darf was, und wo wird es festgehalten? Zugriffe und Freigaben gehören in die Richtlinie.

Wonach gesucht wird

Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026 (Keyword Difficulty, KD, Skala 0 bis 100; CPC = geschätzter Klickpreis). Es sind Schätzwerte eines Keyword-Tools.

SuchbegriffSuchen pro MonatKDCPC
ki governance48092,78 €
ki compliance260172,57 €
eu ai act unternehmen10511,52 €

„ki governance“ ist mit 480 Suchen und KD 9 leicht und größer als „ki compliance“ (260 Suchen, KD 17). Beide haben niedrige geschätzte Klickpreise (2,78 € und 2,57 €), vermutlich suchen viele Menschen Information und keinen Anbieter (Deutung, die Daten sagen es nicht). Zu „ki richtlinie unternehmen“ liegt uns kein Eintrag vor.

Gliederung einer KI-Richtlinie

AbschnittWas hineingehört
1. Zweck und GeltungWofür der Betrieb KI einsetzt und für wen die Regeln gelten, auch für Auftragnehmer
2. Erlaubte WerkzeugeListe freigegebener Werkzeuge mit Zweck; Nutzung nur über Firmenkonten und Firmengeräte (so die DSK); Beispiele für erlaubte und untersagte Einsätze
3. DatenWelche Daten nie eingegeben werden, welche nach Prüfung, welche frei; ein Personenbezug kann auch ohne Namen entstehen (DSK)
4. Freigabe und PrüfungWer Ergebnisse prüft und wo ein Mensch freigibt, etwa bei Texten an Kunden und bei Entscheidungen über Personen
5. KennzeichnungWann auf KI hingewiesen wird, etwa bei Chatbots und KI-erzeugten Bildern oder Videos (siehe Rechtsrahmen)
6. VerantwortlicheEine benannte Person mit Vertretung; Einbindung von Datenschutz und, falls vorhanden, Betriebsrat
7. MeldewegeAn wen Fehler, falsche Ausgaben, Datenpannen und Beschwerden gemeldet werden

Ergänzen Sie Datum, Version und eine Bestätigung der Beschäftigten, dass sie die Richtlinie gelesen haben. Die DSK empfiehlt, konkrete Beispiele zugelassener und untersagter Einsatzszenarien aufzunehmen, weil sie die Regeln anschaulich machen.

Eine Hand schwebt über einer Freigabe-Schaltfläche auf einem Laptop-Bildschirm an einem Schreibtisch, Gesicht nicht sichtbar, Text unleserlich
Wo ein Mensch freigibt, legt die Richtlinie fest, nicht die Gewohnheit.

Rechtsrahmen im Überblick

Die KI-Verordnung wird laufend geändert. Die Angaben folgen der konsolidierten Fassung der EU-Kommission mit Stand 27. Juli 2026 (AI Act Service Desk, einschließlich der Änderungen durch den Digital Omnibus on AI). Stand dieser Seite: 14. Oktober 2026, spätere Änderungen sind nicht geprüft.

RegelwerkKernaussage
Verbotene Praktiken (Art. 5)Verboten ist unter anderem KI zur Ableitung von Emotionen am Arbeitsplatz, außer aus medizinischen oder Sicherheitsgründen (Abs. 1 Buchst. f). Die Verbote gelten seit dem 2. Februar 2025
Hochrisiko (Art. 6 Abs. 2, Anhang III)Dazu zählen KI-Systeme zur Einstellung oder Auswahl von Personen und zur Bewertung von Leistung und Verhalten Beschäftigter (Nr. 4). Die Pflichten für Anhang III gelten laut konsolidierter Fassung ab 2. Dezember 2027
Transparenz (Art. 50)Personen sind zu informieren, dass sie mit einem KI-System interagieren, wenn das nicht offensichtlich ist (Abs. 1, Pflicht der Anbieter). Betreiber müssen Deepfakes offenlegen (Abs. 4). Gilt ab 2. August 2026
KI-Kompetenz (Art. 4)Maßnahmen für das Personal, siehe KI-Kompetenz und Schulung
DSGVORechtsgrundlage (Art. 6), Auftragsverarbeitung (Art. 28), keine ausschließlich automatisierte Entscheidung mit erheblicher Wirkung (Art. 22), siehe KI-Datenschutz

Ob ein Werkzeug in eine dieser Gruppen fällt, hängt vom Einsatzzweck ab, nicht vom Produktnamen. Das ist keine Rechtsberatung.

Pflege der Richtlinie

  • Eine verantwortliche Person und ein fester Termin für die Überprüfung
  • Sofortige Überprüfung bei einem neuen Werkzeug, geänderten Bedingungen eines Anbieters zu Training oder Speicherung, einem Vorfall oder einer Rechtsänderung
  • Versionsstand und Änderungsvermerk auf dem Dokument
  • Gibt es einen Betriebsrat, kommt eine Betriebsvereinbarung infrage, siehe KI einführen
  • Die Einstellungen der Werkzeuge prüfen, siehe KI-Assistenten im Team

Die DSK nennt es als Aufgabe, rechtliche und technische Entwicklungen zu verfolgen und die internen Vorgaben regelmäßig zu überprüfen, am besten als Routine im Datenschutzmanagement (Orientierungshilfe, Abschnitt 2.8). Eine Referenz für KI-Governance liegt uns nicht vor. Zur Kontrolle von KI-Agenten: KI-Agenten im Unternehmen.

Häufige Fragen

Braucht jedes Unternehmen eine KI-Richtlinie?›
Die KI-Verordnung schreibt laut Kommission zu Art. 4 keine bestimmte Governance-Struktur vor. Die Datenschutzaufsichten empfehlen aber klare, dokumentierte interne Weisungen, damit Beschäftigte KI nicht eigenmächtig nutzen.
Brauche ich eine KI-Beauftragte?›
Für die Pflicht aus Art. 4 verlangt die Kommission keine KI-Beauftragte. Eine benannte Person für Richtlinie, Werkzeugliste und Freigaben ist trotzdem sinnvoll.
Muss ich KI-erstellte Inhalte kennzeichnen?›
Die Pflicht in Art. 50 Abs. 1 trifft die Anbieter der Systeme. Betreiber müssen Deepfakes offenlegen, ebenso Text zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, außer bei menschlicher Prüfung mit redaktioneller Verantwortung (Abs. 4). Ob das Ihren Fall betrifft, klären Sie im Einzelfall.
Darf ich KI bei Bewerbungen einsetzen?›
Systeme zur Einstellung oder Auswahl führt Anhang III als Hochrisiko-Bereich. Die DSK nennt als Verstoß gegen Art. 22 Abs. 1 DSGVO, wenn eine KI Bewerbungen auswertet und selbstständig einlädt. Klären Sie den Einsatz mit Fachleuten.

Stand: 14. Oktober 2026

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