KI im Unternehmen einführen: Schritte vom Pilot zum Betrieb, Verantwortliche und Abnahme

Eine KI-Einführung besteht aus mehr als Technik: Es braucht eine Zuständigkeit, Abnahmekriterien und die Einbindung der Beschäftigten. Diese Seite beschreibt die Schritte vom Pilot zum Betrieb, nennt Verantwortliche und Prüfkriterien und zeigt, was das Betriebsverfassungsgesetz zum Betriebsrat sagt (Stand 14. Oktober 2026, keine Rechtsberatung).

Monitor mit einer Workflow-Laufhistorie mit grünen und roten Statusmarkierungen, daneben ein Notizbuch
Nach dem Start zeigt die Laufhistorie, was gelungen ist und wo es hakt.

Wonach gesucht wird

Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026 (Keyword Difficulty, KD, Skala 0 bis 100; CPC = geschätzter Klickpreis). Es sind Schätzwerte eines Keyword-Tools.

SuchbegriffSuchen pro MonatKDCPC
ki im mittelstand210305,02 €
ki implementierung170194,59 €
ki für kmu70623,68 €
ki für kleine unternehmen5003,59 €

„ki im mittelstand“ ist mit 210 Suchen der größte Begriff, „ki implementierung“ (170 Suchen, KD 19) ist leichter. „ki für kmu“ ist mit KD 62 schwerer, als die 70 Suchen vermuten lassen, „ki für kleine unternehmen“ hat KD 0 bei 50 Suchen, zu „ki einführung unternehmen“ liegt uns kein Eintrag vor.

Sieben Schritte vom Pilot zum Betrieb

SchrittErgebnisVerantwortlich
1. Ziel und Ablauf festlegenEin Ablauf, ein Ziel, eine Messgröße, vorher gezähltGeschäftsleitung
2. Regeln und Datenschutz klärenKI-Richtlinie, Datenschutzprüfung, Betriebsrat und Beschäftigte informiertGeschäftsleitung, Datenschutzbeauftragte (falls vorhanden)
3. Pilot aufbauenPilot mit Testdaten und FreigabestelleFachverantwortliche, Umsetzer
4. AbnehmenPrüfung gegen die festgelegten KriterienFachverantwortliche
5. Begleiteter StartEin kleiner Kreis nutzt den Ablauf, Rückmeldungen werden gesammeltFachverantwortliche
6. BetriebÜberwachung, Fehlermeldungen, Änderungen mit VertretungBenannte Betreuung
7. ÜberprüfenAuswertung gegen den Ausgangswert, Anpassen oder AbschaltenGeschäftsleitung

Die Technik kann ein Dienstleister betreuen, die Verantwortung für Ergebnisse und Freigaben bleibt im Betrieb.

Ein Team von hinten vor einem Whiteboard mit einem Prozessablauf aus Kästen und Pfeilen in einem modernen Büro, Gesichter nicht sichtbar, Notizen unleserlich
Wer den Ablauf täglich erledigt, gehört von Anfang an in die Planung.

Abnahmekriterien

KriteriumPrüffrage
RichtigkeitStimmen die Ergebnisse in einer Stichprobe mit den Quelldaten überein?
FreigabeVerlässt nichts den Betrieb, was kein Mensch freigegeben hat?
FehlerfallWas passiert bei einem Ausfall, und wer erfährt davon?
DatenschutzSind Vertrag, Speicherort und Löschfristen geklärt?
MesswertHat sich die gezählte Größe gegenüber dem Ausgangswert verändert?
AkzeptanzWas sagen die Nutzenden nach dem begleiteten Start?

Legen Sie vor dem Pilot fest, welcher Wert genügt, zum Beispiel welcher Anteil der Stichproben fehlerfrei sein muss. Welche Zahl passt, hängt vom Ablauf ab, eine allgemeine Schwelle nennen wir nicht.

Betriebsrat und Beschäftigte einbinden

Die folgenden Vorschriften betreffen den Betriebsrat. Gibt es keinen, sollten Sie die Beschäftigten trotzdem vor dem Start informieren und einweisen: Die Datenschutzaufsichten empfehlen dafür Schulungen, Leitfäden und Gespräche (DSK, Orientierungshilfe „Künstliche Intelligenz und Datenschutz“, Version 1.0 vom 6. Mai 2024).

VorschriftInhaltFolge für die Planung
§ 90 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 BetrVGDer Arbeitgeber unterrichtet den Betriebsrat rechtzeitig über die Planung von Arbeitsabläufen einschließlich des Einsatzes von KI und berät die Maßnahmen mit ihmBetriebsrat vor der Entscheidung informieren, nicht nach dem Start
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVGMitbestimmung bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung bestehtPrüfen, ob das Werkzeug Nutzungs- oder Leistungsdaten von Beschäftigten erfasst, und den Einzelfall arbeitsrechtlich klären
§ 80 Abs. 3 Satz 2 BetrVGMuss der Betriebsrat die Einführung oder Anwendung von KI beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen als erforderlichMit einer Sachverständigen rechnen und die Vereinbarung früh treffen
Art. 26 Abs. 7 KI-VerordnungVor Inbetriebnahme eines Hochrisiko-KI-Systems am Arbeitsplatz informieren Arbeitgeber die Arbeitnehmervertreter und die betroffenen ArbeitnehmerGilt nur für Hochrisiko-Systeme; die Pflichten für Anhang III gelten laut konsolidierter Fassung ab 2. Dezember 2027

Die DSK empfiehlt eine dokumentierte Weisung oder eine Betriebsvereinbarung und schreibt, dass die Einführung einer KI-Anwendung in einigen Fällen einen Mitbestimmungstatbestand erfüllt. Ob das bei Ihrem Werkzeug zutrifft, entscheidet der Einzelfall. Zur KI-Verordnung gilt: Stand 14. Oktober 2026, spätere Änderungen sind nicht geprüft.

Überprüfung nach dem Start

  • Den Termin für die erste Überprüfung schon vor dem Start festlegen, mit denselben Kriterien wie bei der Abnahme
  • Stichproben, Fehlerprotokoll und Rückmeldungen auswerten
  • Die Messgröße mit dem Ausgangswert vergleichen: Bei Jens Neumann Elektrotechnik nennt die Referenz Stunden pro Woche und Fehlerquote (laut Referenz 18 Stunden pro Woche gespart, Fehlerquote um 80 % niedriger, Referenz)
  • Regeln anpassen: Die DSK empfiehlt, rechtliche und technische Entwicklungen zu verfolgen und die internen Vorgaben regelmäßig zu überprüfen
  • Abschalten ist ein zulässiges Ergebnis

Aus der Einführung als Beratungsprojekt liegt uns keine veröffentlichte Referenz vor. Die Regeln vor dem Start beschreibt die KI-Richtlinie, die Auswahl eines Ablaufs die Potenzialanalyse.

Häufige Fragen

Wer sollte die Einführung verantworten?›
Eine benannte Person mit Entscheidungsbefugnis. Die Technik kann ein Dienstleister betreuen, die Verantwortung für Ergebnisse und Freigaben bleibt im Betrieb.
Muss ich den Betriebsrat beteiligen?›
Gibt es einen, hat er nach § 90 BetrVG Anspruch auf rechtzeitige Unterrichtung über den Einsatz von KI in Arbeitsabläufen. Ob zusätzlich die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 greift, ist eine Frage des Einzelfalls. Das ist keine Rechtsberatung.
Was ist ein sinnvoller Pilot?›
Ein Ablauf mit geringem Risiko, festgelegten Abnahmekriterien, Freigabe durch einen Menschen und der Möglichkeit, ihn zu beenden.
Was, wenn der Pilot nicht besteht?›
Anpassen, einen anderen Ablauf wählen oder abschalten sind gleichwertige Ergebnisse. Entscheidend ist, dass Sie nach vorher festgelegten Kriterien entscheiden.
Wie lange dauert eine Einführung?›
Das hängt vom Ablauf ab, eine feste Dauer nennen wir vorab nicht.

Stand: 14. Oktober 2026

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