Bing Ads heißt heute Microsoft Advertising und erreicht Nutzer, die nicht über Google suchen: auf Bing, Yahoo, DuckDuckGo und in Microsoft Edge. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit Ihren eigenen Daten prüfen, ob sich ein Konto für Ihren Betrieb lohnt, wie der Import aus Google Ads sauber gelingt und woran Sie den Erfolg nach vier Wochen messen.
Wonach gesucht wird
Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026; Schätzwerte.
| Suchbegriff | Suchen pro Monat | Wettbewerb (KD) |
|---|---|---|
| bing ads | 180 | 9 |
Wer danach sucht, hat meist schon ein Google-Ads-Konto und fragt sich, ob ein zweiter Kanal den Aufwand wert ist. Diese Frage beantwortet der Beitrag, ohne Marktanteile zu behaupten, die wir nicht belegen können.
Was Bing Ads heute ist
Microsoft hat die Plattform 2019 von Bing Ads in Microsoft Advertising umbenannt. Die Anzeigen erscheinen laut Microsoft in der Suche auf Bing, Yahoo und DuckDuckGo sowie bei Partnern, dazu als Display- und native Anzeigen auf MSN, in Outlook, Edge und Microsoft 365. Es gibt kein Mindestentgelt, Sie zahlen pro Klick mit Tagesbudget (Quelle: ads.microsoft.com, Stand 2. November 2026).

Wann sich Bing Ads für KMU lohnen: vier Prüfkriterien
Öffentliche Marktanteile sagen wenig über Ihren Betrieb. Entscheidend ist, wer Sie heute schon über Bing findet und wer Ihre Kunden sind:
- Eigener Bing-Traffic: Öffnen Sie in Google Analytics 4 den Bericht „Akquisition“ und filtern Sie nach der Quelle bing. Prüfkriterium: In den letzten 90 Tagen kamen regelmäßig Besucher über Bing, und sie haben Anfragen oder Anrufe erzeugt.
- Kundentyp: Kaufen bei Ihnen Firmen, Behörden, Verwaltungen oder Kanzleien? Dort ist der Arbeitsplatz oft ein Windows-Rechner mit Edge, und Edge startet mit Bing als Standardsuche. Prüfkriterium: Mehr als ein Drittel Ihrer Anfragen kommt von Geschäftskunden.
- Reife des Google-Kontos: Ein zweiter Kanal lohnt erst, wenn der erste läuft. Prüfkriterium: Ihr Konto misst Conversions, und Sie kennen Ihre Kosten pro Anfrage.
- Budgetreserve: Prüfkriterium: Ein Testbudget für vier Wochen ist freigegeben, ohne dass die Google-Kampagne gekürzt wird.
Beispiel: Eine Steuerkanzlei in Charlottenburg bekommt Anfragen von Selbstständigen, die vom Büro aus suchen, oft mit Edge und Bing. Ein Friseur in Neukölln wird fast nur am Smartphone gesucht, und dort ist Google Standard. Für die Kanzlei lohnt ein Test, für den Friseur eher nicht. Mehr zum Bezirk: Einzugsgebiet Charlottenburg-Wilmersdorf.
Treffen drei der vier Kriterien zu, starten Sie einen Test über vier Wochen mit importierten Kampagnen. Trifft nur eines zu, investieren Sie das Geld lieber in die bestehende Google-Kampagne oder in Meta Ads.
Unterschiede zu Google Ads
| Punkt | Google Ads | Microsoft Advertising |
|---|---|---|
| Reichweite | Google-Suche und Partner | Bing, Yahoo, DuckDuckGo, Edge, MSN und Partner (laut Microsoft) |
| Typischer Nutzer | Alle Geräte, stark mobil | Häufiger Desktop, oft Arbeitsplatzrechner mit Windows |
| Wettbewerb um Keywords | In vielen Branchen hoch | In vielen Branchen niedriger, hängt vom Keyword ab |
| Kampagnen anlegen | Manuell oder per Vorlage | Manuell oder Import aus Google Ads |
| Conversion-Messung | Google-Tag oder Google Tag Manager | UET-Tag von Microsoft, eigener Tag |
| Einwilligung | Consent Mode | Einwilligung über Ihr Consent-Tool, UET lädt erst danach |
| Profil-Targeting | Nicht vorhanden | LinkedIn-Profilmerkmale wie Branche und Unternehmen (laut Microsoft) |
Der wichtigste Unterschied ist die Datenmenge: Ein kleines Microsoft-Konto sammelt weniger Conversions, automatische Gebote brauchen aber Daten. Starten Sie manuell und wechseln Sie erst nach einigen Dutzend Conversions. Wie beide Suchnetzwerke gegen Facebook und Instagram abschneiden, zeigt Meta Ads oder Google Ads.
Import aus Google Ads: Schritt für Schritt
Im Microsoft-Konto gibt es die Funktion „Aus Google Ads importieren“: Google-Konto verbinden, Kampagnen wählen, festlegen, ob der Import einmalig läuft oder sich täglich, wöchentlich oder monatlich wiederholt (Quelle: Microsoft Advertising Hilfe, Stand 2. November 2026). Der Import spart Stunden, ersetzt aber keine Prüfung:
- Google-Konto aufräumen: Pausierte Kampagnen und ungenutzte Keywords vom Import ausschließen. Prüfkriterium: Nur aktive Kampagnen mit Conversions der letzten 90 Tage werden übernommen.
- Zielseiten prüfen: Landingpages erreichbar, UTM-Parameter kennzeichnen den Kanal als bing, sonst landen die Klicks in der Auswertung bei Google. Kontrollliste: Landingpage für Google Ads.
- Import starten: Kampagnen auswählen, Zeitplan auf „einmalig“ stellen.
- Importbericht lesen: Er zeigt, was übersprungen wurde oder Warnungen erzeugt hat. Prüfkriterium: Kein Eintrag bleibt ungeklärt.
- Standorte kontrollieren: Sind Berlin und Umlandorte wie Oranienburg, Bernau oder Falkensee als Zielregion übernommen, und gilt „Personen in der Region“ statt „Interesse an der Region“?
- Budget und Gebote anpassen: Das Google-Budget passt selten. Eigenes Tagesbudget für den Test setzen, Gebote senken, bis erste Daten vorliegen.
- Negative Keywords prüfen: Listen auf Kontoebene kontrollieren. Die Vorlage Negative Keywords für lokale Betriebe gilt hier genauso.
- Erweiterungen prüfen: Sitelinks, Anruf- und Standorterweiterungen kommen nicht immer vollständig an. Prüfkriterium: Jede Anzeigengruppe hat Sitelinks, die Telefonnummer ist die, die Sie messen.
- Zeitplan festlegen: Ein wiederkehrender Import überschreibt Änderungen, die Sie nur bei Microsoft gemacht haben. Prüfkriterium: Sie haben entschieden, welches Konto führt.

Messung: UET-Tag, Conversions und Einwilligung
Ohne Messung ist kein Test auswertbar. Microsoft nutzt den UET-Tag (Universal Event Tracking), den Sie auf allen Seiten einbinden, am einfachsten über den Google Tag Manager. Danach legen Sie Conversion-Ziele an: Formularabsendung, Klick auf die Telefonnummer, WhatsApp-Klick.
Der UET-Tag setzt Cookies und darf in Deutschland nur mit Einwilligung laden. Binden Sie ihn wie den Google-Tag in Ihr Consent-Tool ein (Quelle: TDDDG § 25 und DSGVO, Stand 2. November 2026). Das ist keine Rechtsberatung. Wie Einwilligung und Messung zusammenspielen, beschreibt Conversion Tracking und Einwilligung; die Logik ist bei Microsoft dieselbe.
Anrufe sind für lokale Betriebe oft die wichtigste Conversion. Messen Sie sie mit einer eigenen Rufnummer je Kanal; das Verfahren aus Anrufe aus Google-Anzeigen zählen gilt auch für Microsoft.
Was Sie nach vier Wochen vergleichen
| Kennzahl | Wo ablesen | Vergleich mit Google |
|---|---|---|
| Klicks und Klickpreis | Microsoft-Konto, Kampagnenübersicht | Gleiche Keywords, gleicher Zeitraum |
| Anfragen (Conversions) | UET-Ziele im Konto, Formular- und Anrufprotokoll | Kosten pro Anfrage je Kanal |
| Qualität der Anfragen | CRM oder Anfrageliste mit Kanalvermerk | Anteil Termine und Aufträge je Kanal |
| Suchanfragen-Bericht | Microsoft-Konto, Suchbegriffe | Neue negative Keywords, abweichende Begriffe |
Rechnen Sie mit Kosten pro Auftrag, nicht pro Klick. Beispiel, angenommen: 300 Euro Testbudget bringen 60 Klicks und 4 Anfragen, davon 1 Auftrag. Das wären 75 Euro pro Anfrage und 300 Euro pro Auftrag. Ob das gut ist, entscheidet Ihr Auftragswert. Mehr dazu unter Performance Marketing.
Typische Fehler
- Import starten und nie wieder hineinschauen: Klicks laufen monatelang ohne Conversion-Daten.
- Wiederkehrenden Import aktivieren und gleichzeitig im Microsoft-Konto optimieren: Der nächste Import überschreibt die Arbeit.
- Google-Budget eins zu eins übernehmen: Bei weniger Suchvolumen bleibt es ungenutzt oder treibt Gebote hoch.
- UET-Tag vergessen oder ohne Einwilligung laden: keine Messung oder ein Datenschutzproblem.
- Keine UTM-Kennzeichnung: Bing-Klicks erscheinen in Analytics als Google oder direkt, der Test ist nicht bewertbar.
- Ergebnisse nach einer Woche beurteilen: Bei kleinem Volumen braucht ein ehrlicher Vergleich vier Wochen.
Berlin und Umland: wo Bing-Nutzer sitzen
Berlin hat viele Verwaltungen, Kanzleien und Unternehmenszentralen mit Windows-Arbeitsplätzen und Edge. Wer tagsüber vom Büro aus „Büroreinigung Berlin Mitte“ sucht, landet öfter auf Bing, als der Blick aufs eigene Smartphone vermuten lässt. Für Anbieter mit Geschäftskunden in Berlin ist das ein Grund für einen Test.
Dazu kommt die Pendlerlogik: Wer in Oranienburg oder Falkensee wohnt und in der Stadt arbeitet, sucht Handwerker fürs eigene Haus oft in der Mittagspause am Arbeitsrechner. Zielregion „Berlin plus Umland“ und Zeitsteuerung auf Werktage sind deshalb ein guter Start. Ob Ihr Google-Konto bereit für den zweiten Kanal ist, zeigt ein Audit des Google-Ads-Kontos; Videoformate wie bei YouTube-Werbung schalten sind für den Start nicht nötig.
Wir prüfen Ihre Datenlage, importieren Ihre Kampagnen sauber, richten UET und Einwilligung ein und vergleichen nach vier Wochen Kosten pro Anfrage je Kanal.
