Die meisten Kanzlei-Websites haben eine Seite „Rechtsgebiete“ mit zwölf Stichworten und einen Blog, der 2021 endete. Bei Google gewinnt damit niemand. Dieser Beitrag zeigt, was SEO für Anwälte in der Praxis heißt: in welcher Reihenfolge eine Kanzlei ihre Seiten aufbaut, wie Rechtsgebietsseiten, Ratgeber und Google-Profil zusammenspielen und welche Grenzen das Berufsrecht setzt. Danach wissen Sie, welcher Schritt bei Ihrer Website als Nächstes dran ist.
Wonach gesucht wird
Quelle: SE Ranking, Deutschland, Oktober 2026; Schätzwerte.
| Suchbegriff | Suchen pro Monat | Wettbewerb (KD) |
|---|---|---|
| seo für anwälte | 260 | 6 |
| kanzlei website | 70 | 34 |
Das Suchvolumen für den Begriff selbst ist klein. Entscheidend ist, wonach Mandanten suchen: „Anwalt Arbeitsrecht Berlin“ oder „Mietrecht Anwalt Neukölln“. Die Grundlagen stehen auf der Seite SEO für Anwälte und Steuerberater; hier geht es um Reihenfolge und Prüfkriterien.
Drei Suchabsichten, drei Seitentypen
Wer einen Anwalt sucht, ist in einer von drei Lagen, und jede braucht einen anderen Seitentyp.
| Suchabsicht | Beispiel-Suche | Seitentyp | Ziel der Seite |
|---|---|---|---|
| Anwalt in der Nähe für ein Rechtsgebiet | anwalt arbeitsrecht berlin charlottenburg | Rechtsgebietsseite mit Ortsbezug | Erstgespräch anfragen |
| Ein konkretes Problem verstehen | kündigung erhalten frist widerspruch | Ratgeberbeitrag | Vertrauen, Link zur Rechtsgebietsseite |
| Eine bestimmte Kanzlei prüfen | kanzlei mustermann berlin bewertungen | Google-Profil und Startseite | Anruf, Wegbeschreibung, Bewertungen lesen |
Die Rechtsgebietsseite verkauft, der Ratgeber erklärt, das Google-Profil bestätigt. Alle drei verlinken aufeinander. Wie Sie Links zwischen Seiten sinnvoll setzen, beschreibt der Beitrag Interne Verlinkung aufbauen.

SEO für Anwälte: die Reihenfolge, mit der eine Kanzlei beginnt
Nicht alle Rechtsgebiete auf einmal. Beginnen Sie mit dem Rechtsgebiet, das die meisten Mandate bringt und das Sie am liebsten bearbeiten. Jeder Schritt hat ein Prüfkriterium; erst wenn es erfüllt ist, folgt der nächste.
- Google-Unternehmensprofil beanspruchen und vollständig ausfüllen: Kategorie, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website-Link, Fotos von Kanzlei und Eingang. Prüfkriterium: Adresse und Telefonnummer im Profil stimmen mit Impressum und Website überein.
- Eine Rechtsgebietsseite für das Hauptrechtsgebiet schreiben. Prüfkriterium: Die Seite beantwortet ohne Fachjargon die Frage „Hilft mir diese Kanzlei bei meinem Problem, und was passiert als Nächstes?“
- Title und Meta-Description nach dem Muster „Rechtsgebiet + Anwalt + Ort“ setzen, Vorlagen im Beitrag Title und Meta-Description für Leistungsseiten. Prüfkriterium: Jede Seite hat einen eigenen Title, keiner heißt „Startseite“ oder „Rechtsgebiete“.
- Drei Ratgeber zum Hauptrechtsgebiet schreiben, je einer pro häufiger Mandantenfrage. Prüfkriterium: Jeder Ratgeber verlinkt auf die Rechtsgebietsseite, nennt Quelle und Stand der Rechtslage und enthält den Hinweis, dass der Text keine Rechtsberatung ersetzt.
- Bewertungen aktiv einholen, nach Abschluss eines Mandats und mit Blick auf die Verschwiegenheit. Prüfkriterium: Es gibt einen festen Ablauf, wer wann fragt, und jede Bewertung wird beantwortet, ohne das Mandat zu bestätigen.
- Erst jetzt das zweite Rechtsgebiet. Prüfkriterium: Die Search Console zeigt für das erste Rechtsgebiet Impressionen und Klicks für Suchen mit Ort; der Beitrag Search Console einrichten erklärt die Berichte.
- Standortseite oder Bezirksbezug ergänzen, wenn die Kanzlei Mandanten aus mehreren Bezirken oder aus dem Umland hat. Prüfkriterium: Jede Ortsangabe ist wahr; es gibt keine Seite für einen Bezirk, in dem die Kanzlei weder sitzt noch regelmäßig Mandanten hat.
Eine Rechtsgebietsseite mit drei guten Ratgebern dahinter schlägt zwölf Rechtsgebiete mit je einem Absatz. Google ordnet Seiten nach Themen ein, nicht nach Stichwortlisten.
Auf die Rechtsgebietsseite gehören: eine Überschrift mit Rechtsgebiet und Ort („Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin-Mitte“), fünf bis acht Anliegen in der Sprache der Mandanten (Kündigung, Abfindung, Abmahnung), der Ablauf vom Erstkontakt bis zum Mandat, Kosten dem Grunde nach, die Ansprechperson mit Qualifikation, die Anfahrt mit U-Bahn-Linie und ein Kontaktweg, der ohne Scrollen sichtbar ist.
Ratgeber: welche Fragen sich lohnen
Ein guter Ratgeber beantwortet eine Frage, die ein Mandant vor dem Anruf hat. Die Frage finden Sie in Ihren Erstgesprächen. Daraus entstehen Titel wie „Kündigung erhalten: Was Sie in den ersten drei Wochen tun sollten“ oder „Mieterhöhung in Berlin prüfen: fünf Punkte vor der Zustimmung“. Jeder Ratgeber nennt die Rechtsquelle mit Stand, verzichtet auf Erfolgsversprechen und endet mit dem Satz, wann ein Gespräch sinnvoll ist.
Für Berlin lohnen sich Themen mit lokalem Bezug: Mietrecht ist in allen zwölf Bezirken ein Dauerthema, Arbeitsrecht suchen oft Pendler, die in Mitte oder Charlottenburg arbeiten und in Potsdam, Oranienburg oder Bernau wohnen. Eine Kanzlei in Charlottenburg-Wilmersdorf kann daher auch Mandanten aus dem Einzugsgebiet Potsdam ansprechen, wenn die Seite den Weg zur Kanzlei erklärt. Wie lokale Suchen in Berlin funktionieren, steht im Local-SEO-Leitfaden für Berlin.
Google-Profil und Bewertungen für Kanzleien
Das Google-Unternehmensprofil sehen Mandanten, bevor sie Ihre Website öffnen. Für Kanzleien gelten zwei Besonderheiten: Die Kategorie muss zur Tätigkeit passen, und Bewertungen berühren die Verschwiegenheit. Den allgemeinen Ablauf beschreibt der Beitrag Google-Unternehmensprofil optimieren.
- Hauptkategorie „Rechtsanwalt“, Zusatzkategorien nur für Rechtsgebiete, die Sie wirklich anbieten
- Leistungen im Profil mit denselben Bezeichnungen wie auf den Rechtsgebietsseiten
- Fotos von Kanzlei, Empfang und Eingang, keine Stockbilder mit Richterhammer
- Bewertungen beantworten, ohne Mandat oder Details zu bestätigen; Dank und Hinweis auf den Kontaktweg reichen
- Keine Gegenleistung für Bewertungen; Google untersagt Anreize für Rezensionen (Quelle: Google-Richtlinien für Rezensionen, Stand 2. November 2026)
Antwortvorlagen ohne vertrauliche Details stehen im Beitrag Antworten auf Google-Bewertungen, der Ablauf zum Einholen auf der Seite Google-Bewertungen sammeln.

Berufsrecht: was Kanzleien bei Website und Profil beachten
Anwaltliche Werbung ist erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist (§ 43b BRAO). Die Berufsordnung konkretisiert das: Angaben zu Person und Dienstleistung müssen sachlich und berufsbezogen sein (§ 6 BORA); Teilbereiche dürfen benannt werden, wenn die Kenntnisse vorhanden sind, Fachanwaltsbezeichnungen setzen die Verleihung voraus (§ 7 BORA, Fachanwaltsordnung). Die Verschwiegenheitspflicht (§ 43a BRAO) gilt auch für Antworten auf Bewertungen und für Referenzen. Stand: 2. November 2026. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel fragen Sie Ihre Rechtsanwaltskammer.
Für die Praxis heißt das: Ratgeber dürfen erklären, Rechtsgebietsseiten dürfen Schwerpunkte nennen, Erfolgsquoten und „garantiert gewonnen“ gehören nicht auf die Website. Fallbeispiele nur mit Einwilligung und so anonymisiert, dass niemand erkennbar ist. Welche Grenzen beim Einsatz von KI-Werkzeugen in der Kanzlei gelten, fasst die Seite KI für Anwälte und Steuerberater zusammen.
Typische Fehler auf Kanzlei-Websites
- Eine Seite „Rechtsgebiete“ mit zwölf Stichworten statt einer Seite je Rechtsgebiet
- Überschriften ohne Ort: „Arbeitsrecht“ statt „Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin-Pankow“
- Ratgeber ohne Datum und ohne Rechtsquelle, dadurch nach der nächsten Gesetzesänderung falsch
- Fachanwaltstitel oder „Spezialist“ ohne verliehenen Titel oder nachweisbare Kenntnisse
- Bewertungsantworten, die den Fall beschreiben oder das Mandat bestätigen
- Telefonnummer und Adresse im Google-Profil anders als im Impressum
- Mobile Ansicht nie geprüft, obwohl Mandanten oft vom Smartphone aus suchen
Wer schnell Anfragen für ein Rechtsgebiet braucht, etwa nach einer Neugründung in Berlin, kann die fertige Rechtsgebietsseite mit Google Ads auf Suchen wie „Anwalt Verkehrsrecht Berlin“ bewerben. Für Steuerkanzleien gelten ähnliche Regeln, beschrieben im Beitrag SEO für Steuerberater; alle Leistungen für Kanzleien stehen auf der Branchenseite Rechtsanwälte.
Wir setzen die Reihenfolge aus diesem Beitrag mit Ihrer Kanzlei um: Profil, Rechtsgebietsseite, Ratgeber, Bewertungen, im Rahmen des Berufsrechts.
